Für Brückner Maschinenbau, einen international führenden Anbieter für Produktionsanlagen zur Herstellung biaxialverstreckter Folien, war genau das der entscheidende Punkt: Engineering neu denken – nicht disziplinbezogen, sondern durchgängig. „Nur das Elektro-CAD zu ersetzen, war uns zu kurz gedacht“, sagt Sven Börner-Sachs, Gruppenleiter Elektro-CAD und Product-Owner „Engineering Base“ bei Brückner Maschinenbau. „Wir wollten unsere Prozesse strukturell verbessern – über Mechanik, Elektrik und Software hinweg.“

Die Antwort: Engineering Base.

Plattform statt Insellösung

Seit vielen Jahren arbeitet Brückner mit Engineering Base. Ziel war von Anfang an mehr als Zeichnungserstellung: ein zentrales, datenorientiertes Engineering-Modell. Mechanische Konstruktion, Elektrokonstruktion und Software arbeiten heute auf derselben Datenbasis. Funktionsorientierte mechatronische Betriebsmittel werden bereits in der Mechanik definiert und bilden die Grundlage für die elektrische Ausarbeitung. Stromlaufpläne, P&ID-Anteile und Automatisierungsinformationen entstehen konsistent aus einem gemeinsamen Modell.

„Unser Job ist nicht nur, Stromlaufpläne zu zeichnen“, erklärt Börner-Sachs. „Wir entwickeln im Vorfeld gemeinsam mit Mechanik und Software ein durchgängiges Funktionsmodell der Maschine. Engineering Base ist dabei unsere zentrale Plattform.“Die Softwareabteilung greift automatisiert über Webservices auf das EB-Modell zu und nutzt die Daten direkt für die Automatisierung. Medienbrüche entfallen. Doppelerfassungen ebenso.

Schrittweise Transformation mit klarer Strategie

Die Umstellung auf Engineering Base erfolgte bewusst nicht als Big Bang, sondern Maschine für Maschine. Produktionslinien mit mehreren tausend Planseiten werden sukzessive migriert.  

„Mit jeder Maschine lernen wir dazu“, so Börner-Sachs. „Wir haben schnell gemerkt: Es geht nicht um reine Konvertierung. Wir zeichnen bewusst neu – datenmodellbasiert, nicht als schwarze Striche auf weißem Hintergrund.“

Der Systemwechsel wurde gleichzeitig als strategische Bereinigung genutzt. Jede Planseite wurde hinterfragt: Ist das noch Stand der Technik? Lässt sich das modularer, effizienter oder montagefreundlicher lösen? Dieser Housekeeping-Effekt zahlt sich aus, technisch wie organisatorisch.

Modularisierung als Produktivitätsmotor

Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die konsequente Modularisierung über sogenannte „Typicals“. Funktionen werden vor Projektstart interdisziplinär definiert, mit klar festgelegten Varianten und Optionen. „Wir diskutieren im Vorfeld sehr genau: Welche Varianten brauchen wir wirklich?“, erklärt Börner-Sachs.

„Alles, was wir regelmäßig in unseren Projekten benötigen, kommt in den Standard. Historische Lösungen werden nicht mehr standardisiert. Unser Ziel ist: so viel wie nötig, so schlank wie möglich.“

Auf dieser Basis generiert der Advanced Typical Manager (ATM) von Engineering Base große Teile der Dokumentation automatisiert. 100 Prozent Automatisierung sind bei hochvariantenreichen Sondermaschinen unrealistisch – aber der Großteil der Standardanteile entsteht reproduzierbar, schnell und in hoher Qualität. Somit gewinnt das Projektteam Zeit, sich auf die projektspezifischen Sonderwünsche zu konzentrieren.

Die Effekte sind messbar: deutliche Zeitersparnis im Engineering, hohe Planungsqualität durch standardisierte Typicals, reduzierte Fehleranfälligkeit und Wiederverwendbarkeit über Projekte hinweg. „Die Effizienz- und Qualitätsgewinne sind absolut da“, fasst Börner-Sachs zusammen. „Gut vorbereitete Typicals sind der Garant für schnell und hochqualitative Projektabwicklung.“

Digitales Modell mit Lifecycle-Relevanz

Während der Engineering-, Installations- und Inbetriebnahmephase bildet Engineering Base den aktuellen Anlagenstand vollständig ab. Materialnummern, Busstrukturen, Schaltschrankaufbauten: Alles ist zentral nachvollziehbar. Gerade bei Anlagen mit Laufzeiten von mehreren Jahrzehnten ist diese konsistente Datenbasis entscheidend. Änderungen sind strukturiert dokumentiert, Varianten transparent nachvollziehbar. „Somit finden wir im Engineering-Base-Modell ein digitales Abbild der Anlage“, sagt Börner-Sachs. „Das gibt uns und unseren Kunden enorme Sicherheit.“

Partnerschaft auf Augenhöhe

Für Brückner ist Engineering Base längst mehr als ein CAE-System. Die Plattform unterstützt die Standardisierungsstrategie des Unternehmens, ermöglicht Skalierbarkeit bei hochkomplexen Anlagen und schafft eine stabile Grundlage für zukünftige Anforderungen.

„Die Denkweise bei AUCOTEC passt zu uns“, betont Börner-Sachs. „Vernetzung, Plattformgedanke, keine Insellösungen – das ist mehr als eine reine Geschäftsbeziehung.“

Die langjährige Zusammenarbeit zeigt: Wer Maschinen modular denkt, Daten konsequent strukturiert und Engineering disziplinübergreifend organisiert, schafft nachhaltige Wettbewerbsvorteile. Oder wie Börner-Sachs es zusammenfasst: „Engineering Base gibt uns die Struktur, die wir brauchen, um komplexe Maschinen beherrschbar zu machen.“