„Nichts ist unmöglich“

Consultant David Hoffmann zu ERP/PLM-Integrationen, beschleunigenden Standards und SAP-Know-how

David Hoffmann ist bei AUCOTEC der Ansprechpartner und Projektbegleiter für ERP-Integrationen. Er studierte Informationstechnik & System-Management, bevor er in verschiedenen Industrien Erfahrungen als Soft- und Hardware-Entwickler, IT-Engineer und Projektleiter sammelte. Seit 2012 ist der Diplom-Ingenieur Teil des österreichischen AUCOTEC-Teams, aber international im Einsatz. Er betreut vor allem komplexe Integrationsprojekte für Engineering Base mit Schwerpunkt SAP. Sein Fokus dabei: Stabilität und Wiederverwendbarkeit der Lösungen.

Was sind die meist gefragten Integrationen im ERP/PLM-Bereich?

Das sind SAP, Teamcenter und Windchill. Aus meiner Sicht führt dabei SAP die Liste klar an, auch was den Umfang der integrierten Module betrifft. Außerdem erwähnenswert sind noch proALPHA und Microsoft Dynamics NAV.

Gibt es Standardlösungen oder wird jede Anbindung individuell erarbeitet?

Grundsätzlich ist vor allem im SAP-Spektrum immer einiges an Beratung und Unterstützung erforderlich. Dennoch fallen mir allein für die ERP/PLM-Schnittstellen gleich drei Standards ein. Zum einen gibt es mit dem „Standard PLM Connector“ eine allgemeine, eher einfache Schnittstelle, über die sich Daten in vorgegebenen Prozessen via Dateiaustausch zu und aus Engineering Base (EB) übertragen lassen. Diese Lösung ist vor allem interessant, wenn Daten in überschaubarer Anzahl und Größe ausgetauscht werden sollen, gezielt ausgelöst vom Anwender.

Darüber hinaus existieren tiefergehende Standardlösungen zu SAP und Teamcenter.

Ein Beispiel ist der SAP Connector für Engineering Base: Direkt aus EB lässt sich eine Onlineverbindung zu SAP herstellen. Das Objektmodell wird dann direkt in SAP gelesen und auch gepflegt. Dabei finden umfassende Prüfungen und Bewertungen statt. Auch SAP kann direkt online auf EB zugreifen, ohne alle internen Details von EB kennen zu müssen. Diese Lösung bietet zudem umfangreiche Funktionen an, die automatisiert, also ohne Benutzeraktion via Server ausgeführt werden.

Den dritten Standard entwickeln wir gerade: eine übergreifende Basis für alle Integrationslösungen. Mit dem „ERP/PLM-Portal“entsteht ein Standard, der für alle Schnittstellen verwendbar ist. Darauf bauen dann die spezialisierten Interfaces, etwa für SAP und Teamcenter, auf.

In dieses neue Konzept fügt sich direkt das Produkt IMAP unseres Partners it-motive ein. IMAP kapselt als Datendrehscheibe für uns die Kommunikation und die interne Logik der angebundenen Systeme wie SAP und Teamcenter. Wir können uns dadurch auf EBs Stärken konzentrieren und dort die Schnittstellenfunktionen ausbauen. it-motive stellt mit IMAP die Übertragung der Daten von EB zu den verschiedenen Systemen und zurück sicher.

Warum diese dritte Variante?

Weil sich die tatsächliche Kommunikation mit SAP mitunter stark unterscheidet und wir neben SAP auch offen für alle weiteren Systeme sein wollen, zum Beispiel Teamcenter.

Schaffen Sie sich mit den Standards nicht selbst ab?

Nein, Standards beschleunigen Prozesse natürlich, aber es gibt immer noch genug zu tun. Eine SAP-Schnittstelle muss die vielen unterschiedlichen Datensichten und Prozesse unserer Kunden abbilden können. Auch wenn der Name SAP gleich ist, die Systeme der Kunden sind es nicht. Durch Customizing oder Veränderungen von Datenmodell und Programmmodulen sehen die SAP-Systeme nicht nur unterschiedlich aus, sie verhalten sich auch unterschiedlich. SAP bietet eine so große Vielfalt an Objekten und Prozessen, dass wir unsere Integrations-Lösungen mit den Anforderungen unserer Kunden mitwachsen lassen müssen. Alleine durch die ständigen Veränderungen bei SAP – vor allem durch Zukauf von Lösungen, Entwicklung neuer Produkte, Umstieg auf Cloud-Lösungen – ist unsere Consulting-Unterstützung trotz it-motive-Kooperation auch weiterhin ziemlich gefordert.

Gibt es unmögliche Anbindungen, also etwas, was nicht integrierbar ist?

Für mich ist die Antwort klar: nein! Ich denke, dass wir jedes von Menschen erschaffene System verstehen und auch in unsere AUCOTEC-Welt integrieren können, wenn es Sinn macht. Mit EB und den darin enthaltenen technischen Möglichkeiten sind wir für alle zukünftigen Anforderungen gerüstet und werden dafür Lösungen anbieten können.

FOLGEN SIE UNS